Modetrends 2017 - Direkt vom Laufsteg der Fashion Week Berlin - Tätowierte Hände in einer Jeansjacke
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Modetrends 2017 - Direkt vom Laufsteg der Fashion Week Berlin

Schon heute die Mode Trends für Frühling/Sommer 2017 kennen

Die Mercedes-Benz Fashion Show Berlin im Sommer 2016 ist die magische Glaskugel für die Modetrends 2017. Vom 27. Juni bis 01. Juli 2016 konnten über 270.000 Gäste den Blick in die Zukunft werfen. Über 3.000 Kollektionen zeigen, wohin die Reise geht. Wenn Du nicht dabei warst, fassen wir hier wichtige Mode Trends zusammen und lassen auch dich in die Zukunft schauen.

Die Magier der Mode geben sich die Ehre

Kaum zu glauben: 2007 waren es nur 11 Shows, die vor 800 geladenen Gästen in Berlin abliefen. Also klein, aber damals schon recht fein. Heute lebt die Berliner Fashion Week auf großem Fuß, von den vielen magischen Modemachern mit den großen Namen und den vielen Stars und Sternchen. Wenn direkt vom Laufsteg berichtet wird, ist oft und ausführlich von Lena Hoschek, die Miss Marple der Mode, und ihrer Kollektion die Rede. Wir haben uns bewusst andere Fashion-Designer, darunter auch top Newcomer, angeschaut.

Vladimir Karaleev zum Beispiel: Er ist der Meister der Kollage. Er geht mit offenen Augen durch die Welt und mischt, was ihm zusagt. Diesmal nahm er sich die sogenannten Bomberjacken vor. Diese gehören ja auch schon lange zum Stadtbild von Berlin. Seine neuen Jacken und Tops zeigen etwa nur ein Revers. Ein typisch breiter Reißverschluss läuft schräg versetzt. Für ein Oberteil mit rundem Ausschnitt ließ er sich von chinesischen Tüten inspirieren. Doch Karaleev kann auch Kleid: In mittlerer Länge und mit geradem Schnitt bekommt das Ganze seinen Pfiff durch eine transparente Schärpe. Und Karaleev kann auch mit anderen: Maxime Büchi, bekannter Tattoo-Künstler, steuerte Motive für Karaleevs Kollektion bei.

Viele Berliner Designer sind am Start, ein wichtiger Aspekt ist die Förderung der Newcomer. Hier konnte für die nächsten 2 Jahre der bekannte Konzern Hennes & Mauritz gewonnen werden. So werden fünf deutsche Designer finanziell gefördert.

Apropos Newcomer:
Einer der gefragtesten Neulinge ist William Fan. Sein Blick in den Sommer 2017 steht unter dem Motto: Das Leben nach der Party. Es wird geradezu häuslich, statt auf Glamour setzt er auf bequeme und gemütliche Outfits. Die Stoffe, etwa Frottee oder Leinen-Baumwolle, rufen Erinnerungen an Heimtextilien hervor. Was konsequent ist, da William Fan nach seiner Modenschau seine erste Möbel- und Lifestylekollektion präsentierte.

Ein interessanter Blick in das Schaffen des viel reisenden Designers mit chinesischer Herkunft: Er hat alle Entwürfe, wie er sagt, im Flugzeug gezeichnet.

Modetrends 2017 - Direkt vom Laufsteg der Fashion Week Berlin - William Fan Mode Kollektion 01
Kollektion von William Fan: Bequeme und gemütlich (Bildquelle: Ina Niehoff)

Ein weiterer großer Name: Marina Hoermanseder. Sie lässt ihre Models nicht einfach geradeaus laufen. Sie schickt sie gekonnt durch ein wahres Labyrinth. Was sie berühmt machte, die typischen Straps aus hartem Leder, zitiert sie jetzt mit feiner Spitze. So wird der Strap-Skirt ein Modestück für jede Frau. Als Kontrast stellt sie auch einen so fast altbackenen maritimen Look vor. Ihr Motto lautet ja auch: Es ist nicht alles wie es scheint.

Stücke von Annelie Augustin Teboul und Odély Teboul haben hohen Wiedererkennungswert, und doch entwickelt sich das Designer Duo auch immer weiter. Mit dabei bleibt der makabre Spaß, der zu Teboul gehört: Knappe Lederbodies mit Rüschendeko etwa, ein absoluter Höhepunkt.

 

Wichtige Mode Fashion Trends für Sommer 2017

Nun hast Du mit uns ein wenig die exquisite Atmosphäre geschnuppert. Die magischen Modemacher mit den großen Namen inszenieren aber nicht nur sich selbst: Sie setzen auch Trends, die gerade für Dich nächsten Sommer brandaktuell werden. Wenn die Berlin Fashion Week 2016 ein wenig spöttisch mit brav und bieder beschrieben wird, ist das für Dich eigentlich eine gute Nachricht: Die neueste Mode ist somit auch tragbar und erschwinglich.

Farblich wird es sich vor allem um Weiß und Schwarz drehen. Als Muster kommen Karos und Streifen ins Spiel. Bei der Arbeit oder danach sind dunkle, einfarbige knielange Röcke wieder in. Ein bisschen Spielerei mit Accessoires und unsymmetrischen Schnitten hebt das vermeintlich Strenge wieder auf. Dazu weiße Blusen locker im Oversize-Look, Ärmel werden lässig hochgekrempelt. Vielleicht kennst Du einen Mann, dem Du ein weißes Oberhemd von der Wäscheleine entwenden könntest? Wenn es dann privat werden darf, dominieren helle Jeans. Der Bund sitzt wieder etwas höher, und der Schnitt ist nicht mehr hauteng, sondern eher etwas luftig, dazu ein weißes Stoffjäckchen oder eine helle Lederjacke.

Modetrends 2017 - Direkt vom Laufsteg der Fashion Week Berlin - Bunte Kleider im Schrank.jpg
Welche Farben trägt die Frau im Frühling/Sommer 2017? (Foto: Pixabay.com)

Die 6 wichtigsten Trends auf einen Blick:

1. Streifen:

Sie sind der modische "rote Faden". Ob jetzt richtig breit oder klassisch nadelschmal wie bei der Marke Avelon, ohne Streifen wird kein Kleid mehr aus dem Haus gehen. Als möglicher Farbpartner für Weiß löst im Sommer 2017 Rot das aktuelle Blau ab.

2. Glitzer:

Mehr Glamour verträgt jeder Alltag. Stoffe mit Glitzer, Pailletten oder gar exklusive Svarovski-Steine bringen wie von Marina Hormanseder magisches Funkeln auch in Ihren Alltag. Aber die richtige Dosis macht es: Ein Glitzer-Kleidungsstück steht im Kontrast zu der restlichen eher schlichten Garderobe.

3. Oversize:

Wie schon erwähnt wird alles weiter geschnitten und nicht so figurbetont sein wie in Mailand oder New York. Die weiblichen Rundungen und Kurven sind so eher nur zu erahnen wie etwa bei Odeeh. Auch hier solltest du einen femininen Kontrastpunkt setzen: Dazu dann wieder die High Heels und die Sneaker erstmal zurück in den Schuhschrank. Ins Bild passt auch der Nachthemdlook mancher Kleider wie etwa die von Horror Vacui: Wie in Europa im 15. Und 16. Jahrhundert die Nachthemden haben diese Kleider Keulen- oder Puffärmel und kleiden die Dame auch außerhalb des Betts sehr ansehnlich.

4. Knöpfhosen:

Unglaublich, der Vorläufer dieser Modeidee ist die prollige Adidas "Adibreak" aus den 1990er Jahren mit seitlichen Knöpfen zum Schnellausziehen! Dawid Tomaszewski oder Lala Berlin zeigen diese Hosen allerdings jetzt in Leder im Stile einer Leggins oder Karottenjeans.

5. Breite Gürtel:

Nein, damit sind wir noch nicht bei Accessoires. Die Gürtel, etwa von Malaikaraiss, sind so breit, dass sie wahrlich die zentrale Mitte eines Outfits bilden. Tragen kann man sie über Kleidern, Mantel oder Jacke. Weiterem Zubehör bedarf es dann nicht.

6. "Schmuckbänder":

Sie hängen von den Kleidern herab und erinnern an breite Geschenkschleifen - und erinnern an das Auspacken? Zu sehen war dieses kleine Detail an Stücken von Dorothee Schumacher, Malaikaraiss oder Odeeh, etwa auch an den Ärmeln von Kleidern oder Mänteln.

 

Zum guten Schluss - Frisuren, Accessoires und Co.

Wenn man den Models bei der Fashion Show so auf den Kopf schaut, dann erfährt man gleich noch, welche Frisuren denn dann trendig sind zur Sommer Fashion 2017.

Pony ja - aber mit Fransen. Akkurat getrimmt ist somit out. Unfertiger Haarknoten - die Haare werden tiefer gebunden, also weiter weg vom Haaransatz, sogar etwa erst am Hals. Gerne einige Strähnen aus dem Knoten zupfen, der Undone Look ist das, worum es geht. Auch der Pferdeschwanz sitzt viel tiefer. Den Haargummi, am besten einen durchsichtigen, etwa erst in Schulterhöhe platzieren. Auch hier mit Finishing Spray wie beim Knoten für Undone Look sorgen. Leichte Haarwellen und einzelne Flechtsträhnen sorgen mit etwas Zuckerspray für einen Hauch Retrolook a la Woodstock. Auch der Wet Look wie aus den 1980ern von Bo Derek ist nicht nur am Strand erlaubt, sondern auch sonst.

Dazu gehört natürlich wieder jede Menge Schmuck, also Ketten, Ringe und selbst die echte Armbanduhr wieder auskramen - aber keine Smartwatch!

 

Sommer Fashion 2017 - ein Fazit

Fassen wir die wichtigsten Trends zusammen, dann sieht das so aus:

IN: Kombinierte Looks, unsymmetrische und weite Schnitte, High Heels, breite Gürtel und Schärpen, Leder (Bodys für die Mutigen, sonst Jacken und Hosen mit Seitenknöpfen), helle Stoffe, vor allem Beige, Weiß kombiniert mit Schwarz oder Rot, weite Schnitte, Glitzer mit Steinchen und Pailletten, Schmuckbänder, viel Schmuck wie etwa Schulterketten, klassische Armbanduhren, Retrofrisuren mit Undone Look

OUT: Symmetrische Schnitte, Blau, hautenge Schnitte, Sneaker, Smartwatch, allzu akkurate Frisuren